Tim Berresheim. Bilder und Voraussetzungen
Am Anfang ist Staub: Flocken, Fragmente, Schnipsel – von der Straße und aus dem Gedächtnis geklaubt, Eigenes und Fremdes, Vergangenes und Gegenwärtiges, Abdrücke und Artefakte, Projektionen und Assoziationen. Aus diesem analogen Ausgangsmaterial schafft Tim Berresheim mit hochentwickelten digitalen Werkzeugen etwas, das er selbst als „neues Bild“ bezeichnet. „Bild“ ist hier ein weit gefasster Begriff und nur eine von vielen Möglichkeiten, wie Berresheim seinen multidimensionalen Datenwolken Gestalt gibt. Tatsächlich sind seine Werke eine Art hybride Malerei, auf jeden Fall: wandelbare Mischwesen.
Mit radikaler Andersartigkeit fordern sie das Sehen, Denken und Vorstellen heraus. Sie zeigen machtvolle Möglichkeiten. Sie spielen mit Tarnung und Illusionen. Sie erden das Digitale in handfesten, körperlich erfahrbaren Auswirkungen. Wo bleibt der Mensch unverzichtbar? Das ist die Frage, die Tim Berresheim seit über zwei Jahrzehnten umtreibt. Die Ausstellung zeigt in sechs Kabinetten Entwicklungen und Prozesse seines Schaffens.
Tim Berresheim (*1975) arbeitet seit Ende der 1990er Jahre mit computergestützten Verfahren. Seine Arbeiten verbinden Kunstgeschichte, Technologie, Wissenschaft und Natur. Berresheim studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und der HBK Braunschweig. Seine Arbeiten sind national und international in Sammlungen vertreten und in Ausstellungen zu sehen. Der Künstler lebt und arbeitet in Aachen.