Seiteninhalt

Fett Farbe. Dieter Krieg


Sammlung Robert Simon

25.04.2026 – 31.01.2027

„Ich grübele nicht über den Stoff, sondern ich erfahre ihn durch das Malen.“

Dieter Krieg (1937-2005)


Gegenstand und Maltechnik stehen in den großen Gemälden von Dieter Krieg in einem spannungsvollen Gegensatz. Aus der Ferne wecken monumental vergrößerte und scheinbar vertraute Gegenstände das Interesse am Bild. Zu entdecken sind: Schlaufe, Kerze, Blumentopf oder Wörter wie „ach“ und „Lügn“. Anders als die Künstler der Pop Art sind Kriegs Bilder jedoch keine Huldigung von Banalitäten der Alltagskultur.
Im Gegenteil: Je näher man der Leinwand kommt, umso weniger vertraut erscheint das Dargestellte. Mit seiner vielschichtigen und energiegeladenen Maltechnik raubt Krieg den Objekten ihre Selbstverständlichkeit: Er bricht sie auf, entzieht ihnen Erdung und Schwerkraft, verkehrt Ebenen und Dimensionen, erzeugt abstruse Kombinationen und zerrt fremde, rätselhafte Seiten des Vertrauten an die Oberfläche.

Sein in der deutschen Kunstszene singulärer Malstil rückt die Malerei in den Vordergrund und macht das Motiv fast zur Nebensache. Gerade in den großformatigen Gemälden zeigt sich Krieg als experimentierfreudiger Erforscher der Möglichkeiten und Grenzen von Malerei.